Nordische Magie

Nachlesen – die verborgenen Fäden des Schicksals

Märchen sind fantasievolle Erzählungen, in denen meist Naturgesetze aufgehoben werden. Es gibt Tiere und Gegenstände aller Art, die sprechen können. Auch zaubermächtige Helfer und wundersame Hilfsmittel begleiten ein Märchen. Das Ende eines Märchens ist üblicherweise von ausgleichender Gerechtigkeit. Märchen erzählen von Freundschaft, Toleranz, Hilfsbereitschaft und Wahrheitsliebe. Von dem, was im Leben wirklich zählt. Diese Werte Menschen nahezubringen, ist heute wichtiger denn je. “Ja, unser Geist braucht Märchen”!

Welche besonderen symbolischen Eigenschaften werden dem Spiegel zugeschrieben? Der Spiegel gilt als ein Symbol für eine selbstkritische Betrachtung. Der Spiegel ist als Quelle der Wahrheit zu verstehen. Der Spiegel im Märchen Schneewittchen ist ein zweideutiges Symbol. Einerseits gilt er als Zeichen von Eitelkeit und Egoismus. Andererseits symbolisiert er Selbsterkenntnis und Wahrheit: Ein Ursprung für die gebräuchliche Redensart: „Jemandem einen Spiegel vorhalten“.

Spiegelbild des Zeitgeistes

Das neue Jahr ist schon fast drei Monate alt. Die Zeiten, die wir durchleben, sind mehr als herausfordernd. Kriege toben, Frühjahrsstürme, Überschwemmungen, extreme Temperaturen, Kälte und Hitze, Erdbeben und Lawinen erschüttern die Erde und andere Wesen, die auf ihr leben. Die politische Verantwortung, Maßnahmen zu ergreifen, um das ökologische Gleichgewicht wieder ins Lot zu bringen, sind leider immer noch sehr überschaubar. Maßnahmen, die von der Gesellschaft mitgetragen werden, bleiben größtenteils die Ausnahme. Kinder erfrieren und verhungern nach wie vor.

Die Gier nach Macht vieler Systeme und der Wunsch jedes Einzelnen, den einmal erhalten Lebensstatus zu erhalten und nach Möglichkeit weiter auszubauen, macht mich oft betroffen. Ja, ich schäme mich manchmal für die westliche Denk- und Lebensweise. Auch in dieser Zeit scheint es für Menschen immer noch höher, schneller und weiter gehen zu müssen. Die Kraft, die dafür aufgewendet werden muss, lässt oft keinen weiteren Blick über den eigenen Tellerrand zu.

Es ist aber unausweichlich, in den Spiegel der Selbsterkenntnis zu schauen, um die gerade erforderlichen Notwendigkeiten zu erkennen. Egoismus und Eitelkeiten sind Qualitäten, mit denen wir oft genug konfrontiert sind. Aus schamanischer Sicht ist es entscheidend, wie wir mit dem vorhanden Zeitgeist umgehen. Für das Wohlergehen der Erde ist es erforderlich, wichtige Entscheidungen zu treffen. Wir müssen reduzieren und diese Reduktion nicht als Opfer, sondern als Freiheit betrachten.

Baum (c) Angelika Schacht

Die innere Ausrichtung

In Momenten des Zweifels und des Unbehagens ist es für mich wohltuend, wenn ich mich meinen Geistern zuwende. Ein tiefer, manchmal nicht auf Anhieb begreifender Sinn spiegelt sich in den “Augen” jener Wesen wieder, denen ich in der nicht alltäglichen Wirklichkeit begegne. Zuversicht schenkt mir auch eine Begebenheit, die ich während meiner schamanischen Ausbildung in der Schweiz erlebte.

Zurückerinnern

Ich überlegte mir gut, welchen Platz ich für die bevorstehende Arbeit, die mehrere Stunden dauern würde, wählen sollte. Ein Plätzchen unterhalb einer Felsenformation zwischen hohen Bäumen schien mir dafür sehr geeignet. Ich legte eine Decke auf den Boden und setzte mich darauf. Meine Jacke legte ich mir um die Schultern, anschließend lehnte mich an einen Baum, der hinter mir wuchs.

Meine Beine streckte ich weit von mir, sodass ich meine Hände frei und ungehindert für die vorgesehene Arbeit nutzen konnte. Bei der bevorstehenden Aufgabe handelte es sich um eine monotone Tätigkeit, die dazu beitragen sollte, das Wachbewusstsein aufzulösen. Diesen Hinweis bekamen wir jedoch erst nach getaner Arbeit, sodass ich zu Beginn dieser Arbeit etwas genervt war. Ich fragte mich, was dieses Sitzen in der Einsamkeit und dieser eintönige Vorgang mit meinen Händen bewirken sollte. Nachdem eine geraume Zeit vergangen und der “Ärger” verflogen war, wurde ich ruhiger und etwas müde. Für einen kurzen Moment schloss ich die Augen, als ich sie wieder öffnete, schien die Welt um mich herum wie in Watte gepackt. Ich nahm sie nebulös und schemenhaft wahr. Mein Blick viel unmittelbar auf einen großen Baum, der auf der anderen Seite des Weges wuchs. Seine grüne Krone schien den Himmel zu grüßen. Die Blätter waren in sattem Grün gekleidet, sie raschelten leise im Wind.

Im Schatten des großen Baumes wuchs ein mickriger kleiner Baum, der kaum Platz zum Wachsen hatte. Es kam mir so vor, als wenn der kleine Baum gänzlich im Lichtschatten des großen Baumes stand. Ich spürte, dass der große Baum dem kleinen Bäumchen nicht nur das Licht, sondern ebenfalls das Wasser und wichtige Nährstoffe vorenthielt. Ich empfand diesen Zustand als ungerecht zwischen dem großen und dem kleinen, scheinbar minderversorgten Baum.

Ich schloß wieder die Augen. In meinem Inneren erhielt ich eine klare Vision. Es fällt mir schwer, diese Eindrücke und Bilder in Worte zu fassen, dennoch versuche ich es. Der kleine Baum vermittelte mir, dass er wenigt Wert auf Licht, Wasser und Platz zum Wachsen legte. Für ihn war sein Standort perfekt, da sein “großer Bruder” neben ihm stand. Ohne den großen Baum hätten ihn die Stürme des Landes schon lange niedergemacht. Dem kleinen Bäumchen kam es nicht darauf an, wie er aussah oder wie groß er werden würde. Es reichte ihm zu existieren und in guter Gesellschaft zu sein. Mir stiegen die Tränen in die Augen, ich hatte das Gefühl, etwas im Leben gelernt zu haben.

Die Natur ist ein guter Lehrmeister.

Ein Spiegel, so wie wir ihn kennen, gibt dem Betrachter nur ein äußeres Erscheinungsbild wieder. Die innere Schönheit, die Schönheit eines Geistes oder einer Seele spiegelt sich in den Blicken und Gesichtern anderer Menschen wieder.
 
“Der Spiegel der Königin im Märchen Schneewittchen, scheint ein Innenleben, einen Geist zu haben, der es sogar vermag, mit einer eigenen Stimme zu sprechen. Im Märchen Schneewittchen hat der Spiegel eine weitere Fähigkeit. Neben der Beurteilung des Abbildes der Königin: „Ihr, Frau Königin, seid die schönste Frau im Land“, vermag der Spiegel die Schönheit des nicht anwesenden Schneewittchens zu bewerten: “Aber Schneewittchen ist noch tausendmal schöner als Ihr! Dies ist eine Fähigkeit, die wir gewöhnlich dem Auge zuschreiben, dem Spiegel der Seele. 

Mögen wir Menschen im eigenen Spiegel erkennen – was gerade notwenig ist.

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