Du zu sein

Du zu sein

Du bist hier auf Erden,
um zu Sein
und dich zu leben um zu träumen,
zu streben,
zu nehmen,
zu geben. 

Um zu existieren
und vieles zu probieren,
zu gewinnen, zu scheitern,
zu finden und zu verlieren. 

Du bist hier, um Erfahrungen zu machen,
auch um zu lernen zu fallen, aufzustehen, zu lachen und weiterzumachen. 

Und bist du hier, um echt zu sein,
auch mal zu irren sowie im Recht zu sein. 

Dich nicht abbringen zu lassen
von deinen Herzenswegen.
Ja diese Wege zu finden, zu gehen, zu leben. 

(c) esthermm - Fotolia

Du bist hier, um zu probieren und manchmal auch zu lernen,
verlieren oder kapitulieren zu akzeptieren.
Sowie von Menschen und Steinen von Pflanzen bis Tieren,
die wundersame Umwelt zu respektieren. 

Und um Fehler zu machen durch’s schwanken zu gehen,
Gefühle zu leben und zu dir zu stehen. 

Auch bist du hier, um Probleme zu überwinden
und dafür zu sorgen das Sorgen schwinden. 

Um zu fühlen
Freude, Liebe, Wut, Ärger, Trauer
anzunehmen und zu spüren.
Wie auch das Verdrängen einzuengen. 

Du bist hier, um mit den Atemzügen der Zeit zu gehen
und das hier und jetzt wieder öfter zu sehen.
Um dich mehr vom erlebten zu trennen,
ja zu lernen weniger der Zukunft und der Vergangenheit nachzurennen. 

Auch um Hilfe anzunehmen, sowie anderen beizustehen.
Um zu vergeben, zu verzeihen, zu verarbeiten und gedeihen. 

Du bist hier, um dein Ego zu zähmen, dich Selbst zu entlähmen.
Und dich mit den Stärken und Schwächen, Hochphasen und Problemen anzunehmen.
Ja dich an die Hand zunehmen. 

Auch um zu lernen dich nicht stetig zu vergleichen,
sondern deine eigene Erfahrung, dein Wissen, deine Liebe weiter zu reichen.
Um zu wachsen und zu sprießen
zu verweilen zu genießen. 

Du bist hier, um deinen Körper zu schätzen,
zu beachten und in Bewegung zu setzen.
Dein Raumschiff zu pflegen und was es braucht ihm zu geben.
Ihn lernen, so einzigartig wie er ist anzunehmen
und wie er sich stetig verändert, zu ihm zu stehen. 

Du bist hier, um Extreme zu überwinden,
um in den Dingen dieser Welt die Balance zu finden. 

Auch bist du hier, um Entscheidungen zu treffen 
und so oft es geht dabei das Zweifeln zu vergessen. 

Du bist hier, um dich auszutauschen
der Natur, dem Universum, den Menschen zu lauschen.
Und um zu wirken, zu handeln,
ja deine Welt zu beeinflussen und gar zu verwandeln. 

Du bist hier, um Liebe zu spüren
zu geben, zu nehmen und Triebe zu leben.
Um dir’s gutgehen zu lassen und mal was zu verprassen. 

Um das Grübeln zu begraben, so oft es geht Spaß zu haben
und Schritt für Schritt, auf Schritt und Tritt
dich zu verstehen, als Mensch zu sehen. 

Um unvollkommen zu bleiben,
den Perfektionismus nicht zu übertreiben
und dennoch stetig zu werden
im hier und jetzt auf Erden. 

Du bist hier, weil kein Stein, keine Blume
keine Frau und kein Mann,
in der Unendlichkeit der Zeit, je deinen Platz einnehmen kann. 

Ja du bist du hier, um so ganz allein
so gut es geht DU SELBST zu sein.

Gedicht Georg Kirschstein,  ©  Bildquelle: Fotolia/ © esthermm

 

Der Künstler

Der Künstler

Er konnte Bilder, ohne Farben, malen. 
Er bewegte nur seine Hände. Und sie waren da:
Herrliche Alleen! Wunderbare Parks! Bezaubernde Städte! 
Und jeder konnte sie sehen. 
Für den das Leben mehr war:
Als Gewalt! Als Reichtum! Als Habgier!

Er konnte Geschichten, ohne Worte, erzählen.
Er lächelte nur. Und sie waren da: Unbesiegbare Abenteurer! 
Sprechende Sterne! Singende Regenbögen!
Und jeder konnte sie hören.
Für den das Leben mehr war:
Als Falschheit! Als Hinterhältigkeit! Als Verlogenheit!

Er konnte Tanzen, ohne einen Fuß zu bewegen.
Er liebte nur. Und sie waren da: Fühlende Schritte!
Lebendiges Licht! Leuchtende Bilder!
Und jeder konnte es sehen. Für den das Leben mehr war:
Als Missgunst! Als Egoismus! Als Misstrauen!

Ich sage Dir: Es gibt die andere Welt! 
Und Du kannst Sie finden! Sie wartet! 
Und ist immer da! Und sie hat all dieses Wissen.
Mit allem Glück: “Neben Dir, wenn Du lernst zu sehen!
In Dir, wenn Du es wagst zu fühlen.
Vor Dir, wenn Du es liebst zu leben. 

Quelle: Klaus Lutz –  © Bildquelle: Moser Kristin Dorothea

 

Über die Geduld

Über die Geduld

Man muss den Dingen
die eigene, stille
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt
und durch nichts gedrängt

oder beschleunigt werden kann,
alles ist austragen – und
dann gebären…

Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.

Er kommt doch!
Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit
vor ihnen läge,
so sorglos, still und weit…

Man muss Geduld haben
Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antworten hinein.

Text: Rainer Maria Rilke, © Bildquelle: Angelika Schacht

 

Wer ist weise?

Wer ist weise?

Weisheit-Suchende erstreben Integrität. 
Was ihnen geschieht, gilt es zu verstehen. 
Sie klären, worum es hier wirklich geht, 
Wort und Tat darf beieinander stehen.
Verstand und Gefühl, Gefühl und Verstand, 
beides steht Weisen dienstbar bereit. 

Keines von beiden hat ihn in der Hand, 
Weiser Mensch kann wählen jederzeit.
Weise halten inne, werden lauschend still, 
Diszipliniert auf innere Stimme sie hören. 
Sie fragen sich oft: Ist es das, was ich will? 
Wollen Einklang mit Seele nicht zerstören.
Weiser wirft nichts vor, entwirft sich neu. 
Sucht Einklang von Werten und Handeln. 
Fragt: Lebe ich so, dass ich nichts bereu? 
Fragt: Leitet mich Mut, mich zu wandeln?

(c) Heinz Waldukat - Fotolia

Wer weise wird, reagiert weniger impulsiv 
auf Probleme und bedrohliche Situation. 
Schweres wird leichter, Seichtes wird tief. 
Handfeste Lösung tritt anstelle von Illusion.
Weise Pragmatik ist nicht launisch, beliebig. 
Handeln ist auf Menschlichkeit bezogen. 
Weise handeln selten spontan umtriebig. 
Mittel-Zweck-Stimmigkeit wird erwogen. 

Text: Helmut von Billy,  © Bildquelle: Fotolia/Heinz Waldukat

 

Mut

Mut

Mut ist ein riesig, buntes Feld 
eine Spur zum Guten hin, 
wo Wissen und Überzeugung
sich immer zur Standhaftigkeit gesellt!

Mut zu sich selber und seinen Taten  
sich treu bleiben 
und eben nicht die eigenen 
Ideale verraten!

Mut, sich zur Wahrheit bekennen 
den Konflikt nicht scheuen 
und das Übel im wahrsten Sinne des 
Wortes beim Namen nennen!

Mut, über sich hinaus zu wachsen 
sich dem Gleichwohl nicht ergeben 
und nicht Spielball sein im Getriebe 
der aufwühlenden Lebensachsen!

Mut so des Menschen ehrliches Ringen, 
das Denken, Streiten und Handeln 
stets voran zu stellen gegenüber all 
den kleinlichen, nichts bedeutenden Dingen!

Mut birgt in sich Kraft und Zuversicht 
wer nicht an sich glaubt, 
verliert in jedem Kampfe sein einmaliges 
und ergreifendes Gesicht!

Gewiss, für Mut braucht`s manchmal viel 
der Lüge nicht gehorchend 
immer selbst bestimmen dieses 
Lebensspiel!

Mut zur Freude, zum Schmerz, 
zu einem Nein
Mut ist immer die Kraft und Antwort 
auf all die Widrigkeiten in unserem Sein! 

Text: Marita Kaminski – ©  Bildquelle: Moser Kristin Dorothea

 

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Heute weiß ich, das nennt man “Authentisch-Sein”.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, wie sehr es jemanden beschämt, ihm meine Wünsche aufzuzwingen, obwohl ich wusste, dass weder die Zeit reif, noch der Mensch dazu bereit war, auch wenn ich selbst dieser Mensch war. Heute weiß ich, das nennt man “Selbstachtung”.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war. Heute weiß ich, das nennt man “Reife”.

(c) Wikipedia

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude bereitet, was ich liebe und mein Herz zum Lachen bringt, auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo. Heute weiß ich, das nennt man “Ehrlichkeit”.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das “gesunden Egoismus”, aber heute weiß ich, das ist “Selbstliebe”.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich erkannt, das nennt man “Einfach-Sein”.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken armselig und krank machen kann, als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, bekam der Verstand einen wichtigen Partner, diese Verbindung nenne ich heute “Herzensweisheit”.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten. Heute weiß ich, das ist das Leben!

Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959

„Muss“ man ein „Clown” werden – um soviel Weisheit zu sammeln?

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