Traditionelles Wissen

Traditionelles Wissen

Oft haben Menschen mit spirituellen Neigungen den Wunsch, sich an traditionellen Texten und Überlieferungen bestimmter Kulturen zu orientieren. Das Streben nach Worten, Liedern und Ritualen aus der Vergangenheit hat sicher mehrere Gründe. Zum einen soll etwas erhalten und bewahrt werden. Zum anderen wird erhofft, dass beispielsweise ein Ritual, das aus einem traditionellen Kontext kommt, eine besondere Kraft enthält. Eine Herangehensweise um an traditionelles Wissen zu kommen – ist es, sich an alten Weltbildern und Mythen zu orientieren.

Als traditionelles Wissen wird „Wissen” betrachtet, das in einem traditionellen Zusammenhang geschaffen, bewahrt und an die nachfolgenden Generationen weitergegeben wird. Verbunden mit einer lokalen Gemeinschaft, wird dieses Wissen zumeist mündlich bewahrt und weiter erzählt. Einige Formen des traditionellen Wissens finden sich in Geschichten, Märchen, Legenden, Liedern und Ritualen.

Die Wissensinhalte liegen in der Vergangenheit und können somit nicht mehr zurückverfolgt werden. Das Wissen unterliegt aufgrund der sich verändernden Umweltbedingungen einer ständigen Anpassung und Weiterentwicklung – „traditionell“ darf deshalb nicht als „unveränderbar“ verstanden werden.

Ganz zu Beginn meiner schamanischen Ausbildung fragte ich einmal meine schamanische Lehrerin, ob sie während einer schamanischen Reise in die obere Welt – einen Himmel wahrnähme? Meine Lehrerin erklärte, dass sie auf ihren Reisen einen Himmel sähe. Ich erzählte ihr, dass es sich bei meinen schamanischen Reisen ebenso verhielt. Der Grund meiner Frage war, dass in einem schamanischen Buch, welches eine “anerkannte”, erfahrene Schamanin geschrieben hat, dieses Phänomen anders beschrieben wurde. Im Buch las ich, dass es in der oberen Welt keinen Himmel gäbe, dies könne man als Anhaltspunkt und Orientierungshilfe nehmen.

Nachdem meine schamanischen Lehrerin und ich eine ganz andere Erfahrungen gemacht haben, als jene, die im Buch als “gesetzmäßige schamanische Hilfestellung” angegeben wurde, wurde ich kritisch gegenüber dem, was so geschrieben und behauptet wird. In der geistigen Welt hat die Autorin offensichtlich eine Orientierungshilfe erhalten, die “nur” für sie selbst bestimmt war.  

Bei einem Seminar wurde einmal folgenden Test gemacht: Eine ganz kurze Geschichte, mit circa neun Aussagen wurde drei Menschen erzählt, die sich für diesen Versuch freiwillig gemeldet hatten. Im Anschluß wurden alle Teilnehmer aus dem Zimmer geschickt. Nun wurde der Erste der drei Versuchskandidaten zurück ins Zimmer geholt und gebeten, die Geschichte nachzuerzählen. Dieser Vorgang wurde anschließend mit den verbliebenen Teilnehmern wiederholt. Das Fazit dieses Versuchs war, bei allen Teilnehmern fehlten zwischen vier bis sechs wichtige Aussagen.

Auf die Tatsache eingehend, dass traditionelle Überlieferungen auf Weitersagen beruht, liegt es für mich auf der Hand, dass im Laufe der Zeit mit großer Wahrscheinlichkeit, “Passagen” von Überlieferungen verloren gegangen und/oder hinzugefügt wurden.

Mündliche Überlieferung

Traditionelle Überlieferungen(c) Angelika Schacht

Immer mehr schamanisch Praktizierende orientieren sich “glücklicherweise” an heimischer, oft nordischen Mythologie. Die nordische Mythologie bezieht sich auf Sagen und Mythen skandinavischer Völker, die aus vor- und frühchristlicher Zeit stammen. Gern werden Texte der Edda zitiert und als “Maß aller Dinge” genannt.

Nehmen wir einmal die Texte der “Edda”, sie sollen weit in die heidnische Frühzeit zurückreichen. Historische, mythologische Erzählungen der Edda wurden durch mündliche Überlieferungen über einen längeren Zeitraum “bewahrt”. Es gibt zwei voneinander, zum Teil stark abweichende Fassungen der Edda. Eine Fassung ist anonym, die andere stammt von Snorri Sturluson (er war überzeugter Christ) und war als Lehrbuch für Dichter gedacht.

Die Texte der Edda sollen in der Zeit zwischen 900 und 1220 entstanden sein. Die Snorra Edda wurde rund 200 Jahre nach der Einführung des Christentums auf Island aufgeschrieben. Diese Zeitspanne führt bei einigen Wissenschaftler zu Zweifeln. Kaum vorstellbar ist, dass nach 200 Jahren keine christliche Einflüsse in die Texte der nordischen Mythologie, wie sie von Snorri Sturluson nieder geschrieben wurde, eingeflossen sind. Die Edda ist in altisländischer Sprache verfasst. Es gibt eine Vielzahl an Übersetzungen. Die Übersetzung der Lieder soll sich jedoch als schwierig gestaltet haben. Jeder Übersetzer mußte entscheiden, ob sich der Text am Rhythmus des Vers oder am Inhalt des Originals orientieren solle. Hier fügen sich weitere mögliche “Überlieferungsfehler” ein.

Wenn davon auszugehen ist, dass Überlieferungen im Laufe einer langen Zeitspanne, aus den unterschiedlichsten Gründen verändert wurden, entzieht es sich meiner Einsicht, warum einige Praktizierende darauf beharren und verweisen, dass ausschließlich ein bestimmtes Wort oder ein festgelegter Vorgang, beispielsweise aus der nordischen Mythologie, bzw. dem nordischen Weltbild, verwendet werden soll.

Die überlieferten heiligen Worte, sowie traditionellen Texte und Abläufe, stehen für mich in keiner Weise über den Anweisungen, die eine Schamanin von ihren spirituellen Verbündeten für einen Vorgang erhält. Im Gegenteil, diese Weisungen sind auf das eigene Volk, die eigene Kultur und die vorhandene Zeit “zugeschnitten”. Schamanisch Praktizierende müssen selbst auf eigenen Pfaden zu den hiesigen Geistern gehen, sich mit ihnen verbünden und von ihnen lernen. Auch in unserer Zeit können uns auf einer Geistreise Wesenheiten wie Odin, Frigg, Thor, oder die Runengeister begegnen.

Man muss das Rad nicht neu erfinden, drum bin ich bin ein Freund davon, auf etwas Bewährtes zurückzugreifen. Jedoch ist bei manch einem schamanisch Praktiziernden sicher auch etwas „Bequemlichkeit” dabei, auf etwas Vorhandenes zurückgreifen zu wollen. Wir Menschen “vergessen” nur zu oft, dass in uns selbst Schöpferkräfte schlummern und darauf warten sich entfalten zu dürfen.

Während einer Krise bei mir oder Menschen die meinen Rat suchen, greife ich weniger zu “heiligen Worten” der Vergangenheit, sondern zu Mitteln und Hilfestellungen meiner unmittelbaren Umgebung. Denn traditionelles Wissen war und ist immer eine “Offenbarung” durch den Kontakt mit den Göttern, Vorfahren und spirituellen Verbündeten/Geistern. 

In der Hinsicht unterscheidet sich traditionelles Wissen – sowie zeitgemäßes spirituelles Wissen – wenig voneinander.

Wenn der Geist erkrankt

Wenn der Geist erkrankt

Welche Ideen tauchen in Deiner gedanklichen Vorstellung auf, wenn Du an Geisteskrankheit denkst? Funktioieren die Gehirne Betroffener unzureichend und unvollständig? Sind sie sozusagen schwach-sinnig oder vielleicht sogar wahn-sinnig? Infiziert gar ein erkrankter Geist, Leib und Seele?

Was macht eigentlich den menschlichen Geist krank? Legt schon eine mangelnde Fürsorge, Zuwendung und eine desolate Kindheit den Grundstein für eine Geisteskrankheit? Sind es vielleicht die Geister selbst, die von außen auf einen Geist einwirken und ihn “kirre” machen? Was genau ist eine Geisteskrankheit? Wenn während einer belastenden Situation im Leben der Geist “verrückt” spielt und pausenlos Gedankenkreise und Schlaufen-Denken im Hirn ihre Runden drehen, ist das der Auslöser für einen labilen, durcheinander gekommenen Geist? Deuten festgemauerte, destruktive und abwertende Gedanken über das eigene Sein, das Anfangsstadium einer Geisteskrankheit an? Welche Gefühle gehen mit Geisteskrankheit einher? Ist ein Geisteskranker überhaupt in der Lage Emotionen zu erleben versus Gedanken zu ordnen oder ist er unentwegt “neben der Spur”? Sind Gedanken, die im Hirn herum “spuken” und mit Angst, Schuld, Scham, Hemmung oder Enthemmung einhergehen, ein erstes Indiz am Geist erkrankt zu sein?

So unendlich viele Fragezeichen!

Ja, vieles kann einen Menschen gleich zu Beginn seines Lebens durcheinanderbringen. Ein erstes “Zurückgelassen werden” im Kindergarten oder in der Krippe. Die ständige Anpassung und Überforderung in der Schule. Der Leistungsdruck im Berufsleben. Eine durch den Lebenspartner verursachte große Enttäuschung, die lange nachwirkt.

Und auch die erhaltene Erziehung durch die Eltern, können sich prägend auf einen Menschen auswirken. Die Erziehung beeinflusst Menschen stärker als sie annehmen, hier wird der Grundstein im Fühlen, Denken und Wollen gelegt. Eine Erziehung haben auch unsere Eltern selbst geprägt.  Für mich unzweifelbar ist, dass wir durch unsere Ahnen, ein zusätzlich genetisches Erbe haben. Auch die Umgebung und die Kultur in der ein Mensch hineingeboren wird und aufwächst, haben Einfluss auf die Gedanken und den Geist.

In der Vergangenheit wurden Erkrankungen der Seele einer Gemütserkrankung zugeordnet. Es gibt aber auch Meinungen, denen ich mich anschließe, dass die Seele nicht erkranken kann, da sie göttlichen Ursprungs ist. Es scheint also tatsächlich der Geist zu sein, der “verrückt spielt”. Glasklar ist, dass Geisteskrankheit etwas mit einem “(ab)-normalen” Verhalten in einer vorhandenen Gesellschaft zu tun hat. Wobei ich die Gesellschaft einmal als “Stichwort” nehme.

Unter einer Gesellschaft versteht man eine größere Menschengruppe, die in einem bestimmten Gebiet lebt. Die Menschen in diesem Gebiet sind durch eine gemeinsame Sprache, soziale und wirtschaftliche Beziehungen miteinander verbunden. Sie teilen gemeinsame Werte, Überzeugungen und Traditionen. Gemeinsamkeiten müssen jedoch auch Raum für Individualität geben!

Die Existenz einer Seele oder eines Geistes ist nicht beweisbar. Daneben erhält der Verstand und Intellekt in unserer Gesellschaft einen extrem hohen Stellenwert. Der Verstand/Intellekt wird dem Gehirn zugeordnet, durch verschiedene Messverfahren besteht kein Zweifel an der Existenz und einer Funktionalität. Eine erhöhte oder verminderte Intelligenz muss jedoch nicht zwangsweise der Grund für eine geistige Erkrankung sein. Denn ein funktionierender Verstand ist etwas ganz anderes als ein gesunder Geist. Geist, Verstand, Intellekt, Bewusstsein, Psyche – so viele Begriffe, die verwendet werden um zu beschreiben, wie jemand fühlt, denkt und handelt.

Ein Kind, dass Urvertrauen entwickeln kann, dass kaum einen Mangel kennt, dass in der Natur ohne Medien großwerden kann, entwickelt in jedem Moment verläßliche Lebenskräfte. Es ist im Einklang mit der Natur, empfindet weder die Last des Gestern, noch hat es Angst vor dem Morgen, denn es ist von Grund auf versorgt. Dieses Kind entwickelt kein Konsumdenken und vergleicht sich nicht mit anderen Menschen. Es kennt keinen Neid, ist achtsam mit Anderen und sich Selbst.

Doch unsere Kindheit war vielleicht weniger behütet. Vielleicht mussten wir uns notgedrungen in einer Großstadt “behaupten” und unter schwierigen Bedingungen Erwachsen werden. Können oder wollten gar nicht den Vorstellungen und Anforderungen einer “normalen” Gesellschaft entsprechen. 

Was können wir also tun, damit unser Geist klar bleibt oder wird? Wie erreichen wir es, dass wir statt geisteskrank und damit in eine abnormale Schublade “gesteckt zu werden”, lernen einen Schöpfergeist zu entwickeln? Wenn Dein SelbstBewusstSein in der Vergangenheit nur kleine Wurzeln schlagen konnte, geh dorthin, wo sie ausreichend “Nahrung” und Energie bekommen. Wirf allen Ballast um Dich herum, der Dich klein macht – “über Bord”. Meide Menschen, die nicht verstehen können oder wollen, dass Du anders bist als andere. Laß Dich in keine Zwangsjacke stecken. Lade in Dein Leben ein, was Dir hilft – in Deine Kraft zu kommen, sodass Du starke, gesunde Wurzeln schlagen kannst.

Wer will denn schon NORMal sein?

Waldmedizin

Waldmedizin

Viele Menschen bevorzugen als Urlausziel – das Wasser, sei es in Form eines Bach’s, See’s, Flußes oder des Meeres. Die Energie des Wassers, die Weite des Horizonts, die blaue Farbe des Himmels, die sich im Wasser widerspiegeln, schaffen Vertrauen und wirken entspannend. Beim Blick über das Meer, erwacht das Gefühl von Weite und der Unendlichkeit. Vielleicht lieben Menschen das Wasser so sehr, weil das Blau des Wassers und das des Himmels, Menschen daran erinnert wo sie herkommen? Auch ich liebe die Nähe zum Wasser. Dabei muss ich es nicht unbedingt sehen, es reicht – wenn ich es spüre.

Der Wald hat eine ganz andere Energie. Vor ein paar Jahren wohnten wir am Rand eines Waldes. Hinter dem Haus begann der Wald mit einer Vielzahl der unterschiedlichsten Bäumen. Bei einem Spaziergang querte eine Rotte Wildschweine meinen Weg. Im ersten Moment fragte ich mich, wie ich mich am besten verhalte sollte. Ich entschied mich, mich still zu verhalten. Wie sich herausstellte, war dies ein guter Entschluss. Der Wald birgt also auch “Gefahren”. Dennoch empfinde ich die Energie des Waldes als behütend und beschützend. Schutz bedeutet jedoch auch Begrenzung. Man kann einen Wald als geschlossenen Raum verstehen, der sich vom Umfeld abgrenzt. Wenn man einen Wald betritt – überschreitet man eine Grenze. Wenn ich im Wald bin, habe ich das Gefühl die Zeit zu verlieren, fast so wie bei einer schamanischen Reise.

Menschen, die zu mir kommen, befinden sich oft in einer spirutellen oder existenziellen Krise. Zu den existenziellen Problemen zählen auch gesundheitliche Beschwerden. Neben “leichteren” Erkrankungen wie: Venenentzündungen, Gallenleiden, Wirbelsäulen oder Rückenleiden, Erkrankungen des Harnsystems, Kopfschmerzen, gibt es auch lebensbedrohliche Erkrankungen, wie es zum Beispiel ein Krebsleiden ist. Manchmal ist der Gang zum Schamanen ein  letzter “Strohhalm”, nach denen die Erkrankten suchen, wenn die Schulmedizin an ihre Grenze kommt. Es gibt auch eine andere Gruppe von Menschen, die neben dem Wunsch des Gesund werden, auch den spirituellen Aspekt ihrer Erkrankung erkennen und beeinflussen möchten.

In der schamanischen Heilarbeit gibt es einige Techniken, die bei körperlichen Erkrankungen angewandt werden können. Nach der Behandlung, “verordne” ich neben Bewegung, Massagen, harmonisierende Düfte, Entspannungs-Thechniken, Kontaktpflege mit den eigenen geistigen Verbündeten (Krafttier), auch regelmäßige Waldspaziergänge zur Gesundung. Meine Klienten schauen mich dann mitunter fragend an und ich erkläre ihnen dann die Heilkraft des Waldes.

Zauberkräfte des Waldes(c) Angelika Schacht
Schon lange ist es bekannt, dass nicht nur Töne, sondern auch Farben eine besondere Wirkung auf den Körper und den menschlichen Geist haben. Jede Farbe hat eine für sie typische Energie, die sich auf den menschlichen Körper überträgt. Diese Erkenntnis nutzt man auch bei der Arbeit mit Mineralien.

Wenn man sich einen Wald vorstellt, denkt man unwillkürlich an unzählige Bäume und die Farbe Grün. Nimmt man den enegetischen Aspekt von Grün, vermittelt er Balance und Harmonie. Gefühle von Trauer, Wut und Kummer können durch grüne Farbtöne gelindert werden. Die Farbe Grün wird dem Herzchakra zugeordnet. Bemerkenswert ist, dass der Besuch im Wald den Blutdruck und die Herzfrequenz senkt. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass durch den Aufenthalt im Wald auch das Stresshormons Kortisol sinkt und Endorphine und das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet werden. 

Bei vielen Erkrankungen ist eine der möglichen Maßnahmen, dass Immunsystem zu stärken. Ein Ansatz der Immunstärkung ist es, sich viel an der Luft zu bewegen. Bei einem Waldspaziergang verdoppelt sich die Immunstärkung. Der Grund dafür sind besondere Stoffe, die Terpene. Pflanzen sondern Terpene aus, um untereinander und mit Tieren Botschaften auszutauschen. Das Ansinnen der Bäume dabei ist es, Schädlinge wie Bakterien oder Pilze abzuwehren. Menschen nehmen Terpene bei einem Waldspaziergung über die Atmung und  Haut auf. Einige Terpene riechen Menschen deutlich, andere wirken über das Unbewusste, dennoch haben sie Einfluss auf das Nervensystem.

Menschen, die ernsthaft erkanken, haben in der Regel massive Beschwerden. Einige haben Schmerzen oder machen sich Sorgen über den Verlauf ihrer Erkrankung. Neben der körperlichen Behandlung, benötigt der Geist, Entspannung und Ruhe. Im Wald hören Menschen den Wind – der durch die Baumkronen weht, sie hören Vögel laut und leise singen. Sie lauschen den Geräuschen, die von den Tieren des Waldes ausgehen.

Die Anzahl der Bäumen im Wald ist groß, die Sicht in die Weite ist verstellt. Der Geist hält inne und kann zur Ruhe kommen. Ein Waldspaziergang holt Menschen in das hier und jetzt. Dabei ist zu beachten, dass der Blick lediglich auf eine Baumgruppe, diesen Effekt verhindert, da Menschen dann visuell unbewusst – emotional mit ihrer Umgebung in Kontakt treten.

Zusammengefaßt

  • Im Wald zu atmen, ist gesund und gut für den Stoffwechsel.
  • Ein Waldspaziergang unterstützt geistige und körperliche Gesundheit.
  • Der regelmäßige Aufenthalt im Wald kann das Immunsystem stärken.
  • Der Wald und die Gesundheit “gehören” zusammen.

Geist und Seele

Wie oft geschieht es, dass man sich in den Aktivitäten des Alltags “verliert”? Menschen kommen zu mir und sagen, dass sie sich zu wenig “spüren” und den den Kontakt zu sich selbst verloren haben. Fragt man diesen Menschen, was er sich für sein Innerstes am meisten wünscht, folgt meist Ratlosigkeit. Manchmal folgt die Aufzählung von: Zufriedenheit, Gelassenheit und Freude. Stelle ich die Frage, wie er dies erreichen möchten, wird ebenfalls nach Antworten gesucht.

Ein Waldspaziergung schafft Verbindung zu sich selbst

Um sich selbst wieder nah zu kommen, benötigt man Abstand vom Alltag. Der Besuch im Wald und die räumliche Distanz zum häuslichen Umfeld ist hilfreich, wenn es darum geht, sich über etwas klar zu werden und neu zu entdecken. Im Wald erwacht das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein. Diese Welt ist tief mit den Pflanzen, Tieren und auch mit den unsichtbaren Kräften verbunden. Beim Aufenthalt im Wald ist man den vier Elementen und auch den Naturgeistern “ausgesetzt”. Der Wald ist eine unerschöpfliche mentale und körperliche Kraftquelle. Befinden Menschen sich in ihm, fühlen sie sich mit allen Lebenden verbunden und aktivieren so die vorhandenen Lebensgeister.

Die spirituelle Bedeutung der Bäume eines Waldes

Ein wesentlicher Bestandteil des Waldes ist der Baum. Ohne ihn, gäbe es keinen Wald. Aus der nordischen Mythogie kennen wir den Weltenbaum Yggdrasil. Er git als Initiationsmedium, wo sich Odin, der höchste Gott der nordischen Mythogie, opfert. Neun Nächte hängt er an der Weltenesche Yggdrasil und erlangt hier Weisheit über die Kraft der Runen. Auch Schamanen können entlang des Weltbaums in die Untere Welt oder in die Obere Welt reisen. Dabei steht das Wurzelwerk für die untere Welt, der Stamm bzw. das Mittelstück des Baumes steht für die Welt der Menschen. Die Baumkrone für die obere Welt, die Heimat der Götter.

Während meiner Ausbildung gab es eine Übung, in der sich jeder Schüler einen Ort im Wald suchen mußte. An diesem Platz mußte er mehrere Stunden allein eine Arbeit verrichten. Zu Beginn dieser Arbeit, ging ich erwartungsfroh meiner Tätigkeit nach. Je mehr Zeit verstrich, um so “mürrischer” wurde ich. Das Ergebnis meiner sichtbaren Arbeit war kaum nennenswert. Ich hinterfragte diese Übung immer mehr. Ich saß vor einigen Felsblöcken auf dem Boden. Vor mir fiel mein Blick auf einen großen Baum. Dicht daneben wuchs im Schatten des großen Baumes, ein viel kleinerer Baum. Ich fragte mich, ob der kleine Baum ausreichend Sonnenlicht, Wasser und Nährstoffe neben seinem riesigen Baumnachbarn erhielt, da er mir ziemlich mickerig erschien. Irgendwann hörte ich auf zu “Denken”, ich hatte plötzlich das Gefühl, dass ich mit dem Wald eins wurde. Die Realitäten verschoben sich, die Trennung zwischen mir und dem Wald war aufgehoben. Es gab kein ICH mehr, sondern nur noch ein WIR. Ich erkannte, das es im Dasein um mehr, als Nährstoffe und Bedürfnisse, geht. Es geht um mehr, als um den Einzelnen. Der Wald lehrte mich, ein anderes Verständnis über das Leben und den Tod zu entwickeln. Er half mir, mich daran zu Erinnern, wo mein wirkliches Zuhause ist.

Wie können Menschen den Wald spirituell nutzen?

Im Märchen von Hänsel und Gretel, geht vom Wald eine beängstigende Bedeutung aus. Man kann sich in ihm “verlaufen”. Menschen können einen unbekannten Wald nutzen, um sich mit vorhandenen Ängsten und Unsicherheiten auseinanderzusetzen. Im Wald ist eine geistig/seelische Bereitschaft zur Wandlung innerer Ängste möglich. Andererseits empfinden Menschen den Wald als behütend und nährend. Im Wald ist die Aufmerksamkeit nach innen gerichtet, was eine Begegnung mit den elementaren Erscheinung des Waldes, den Waldgeistern, Feen, Zwergen und Elfen möglich macht. Während dieser Begegnung können die Heilkräfte der Natur wirksam werden. Das gelingt am besten, wenn Menschen sich von ihren Gedanken und Wünschen befreien und der Geist offen ist. Denn der Geist kann alles blockieren. 

Je mehr Menschen sehen, desto blinder werden sie

Es gibt nur wenig Vorausetzungen um in den Genuß der Waldmedizin zu kommen

  • Man muss sich auf den Weg machen.
  • Das Mobiltelefon ausschalten.
  • Innehalten und dem Wald lauschen, er hat jede Menge zu erzählen.

Erde meine Mutter – Himmel mein Vater – Erde, Feuer, Wasser und Luft ich BIN

Die Verbindung zur Erd Mutter (er)schaffen wir, wenn wir in den Wald gehen. Der Wald behütet, nährt und reinigt uns. Andererseits schafft der Waldbesuch eine Möglichkeit um mit dem himmlischen Vater in Kontakt zu treten, da wir gereinigt und offen sind. 

Wenn was fehlt

Wenn was fehlt

Wer sich mit Spirtualität oder Bewustsein beschäftig, stößt irgendwann unwiederruflich auf den Begriff des Inneren Kindes. Was ist damit gemeint? Durch Bücher von John Bradshaw, Erika Chopich und Margaret Paul ist die modellhafte Betrachtungsweise vom Inneren Kind bekannt geworden.

Menschen erleben während der Kindheit neben Gefühle von: Freude, Glück und Neugier, auch Gefühle von: Verlassenheit, Wut und Angst. Die daraus erworbenen Erfahrungen und Emotionen werden speziellen Gehirnarealen zugeordnet. Theapeuten und auch Heiler haben bei der Arbeit mit dem Inneren Kind verschiedene Ansätze, die mit Begriffen wie: Innerer Erwachsener, Innerer Regisseur, Hilfreiche Wesen, sicherer Ort – verbunden werden.

Der Ansatz bei der Arbeit mit dem Inneren Kind ist es, seelische Wunden der Vergangenheit und Gegenwart zu heilen. Wiederkehrende Glaubens- und Lebensmuster sollen so vom “Betroffenen” selbst erkannt und ein selbstverantwortlicher Umgang erlernt werden.

Das Ziel hierbei ist es einerseits, das positiv Erlebte aus der Kindheit ins Bewusstsein hervor zuheben und als Ressource zu nutzen. Andererseits aus der (Ein)Sicht des erwachsenen Menschen, dem Inneren Kind die Zuwendung zu schenken, die in der Kindheit fehlte. Hieraus sollen psychische Verletzungen aus der Kindheit heilen. Die Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung, sowie dem Bedürfnis bedingungslos angenommen zu sein, soll bei der Arbeit mit dem Inneren Kind angestrebt werden. 

Trauriger Junge(c) Tatiana Kostareva - Depositphotos

Was  bedeutet es, einen Seelenteilverlust zu haben?

Eine bedrohlich Situation kann bei einem Menschen zu einem Seelenteilverlust führen. Es gibt bedrohliche Situationen wie: Gewalt, Missbrauch, körperliche oder geistige Misshandlung, Unfälle. Aber es gibt auch die “kleineren”,  schwer aushaltbaren Lebensumstände, die einen Teil der Seele veranlassen, in die nichtalltägliche Wirklichkeit zu gehen. Zu diesen zähle ich beispielsweise: Mobbing, Trennungen, Verlust eines geliebten Menschen, Operationen. Warum nun verläßt ein Teil der Seele einen Menschen?

Der Teil der Seele, der sich in die nichtalltägliche Wirklichkeit zurückzieht, nimmt den Schmerz eines Schocks und die Last einer Tragödie, sowie einen großen Teil der Erinnerung mit sich, damit der Geist und der Körper nicht an dem Geschehen zerbrechen, damit ein Mensch “unversehrt” weiterleben kann. Leider nimmt dieser Teil in der Regel auch Lebensfreude, Fähigkeiten und Talente mit.

Große Verluste von Seelenanteilen verursachen innere Leere, Depressionen, Süchte (-das Loch will gestopft werden), chronische Krankheiten. Manchmal sind es auch kleine einfache Dinge, mit denen Menschen nach dem Verlust von Seelenanteilen, nicht weiterkommen. Entscheidungs-Unsicherheiten, Orientierungslosigkeit, allgemeine Müdigkeit und das Gefühl „nicht bei sich zu sein“. Bei einer Heilbehandlung, dem Ritual der Seelenrückholung, ist es das Ziel, diese verloren gegangenen Seelenteile in der nichtalltäglichen Wirklichkeit zu finden. Dem Hilfesuchenden Seelenkraft und Seelenenergie wieder zurück zu geben. Dabei nimmt der Schamane oft die Situation war, in der der Verlust stattgefunden hat. Nach der Seelenrückholung können Fähigkeiten und Talente, aber auch Erinnerungen und Gefühle, die vom Trauma herrühren, wieder präsent sein. 

Die Arbeit mit dem Inneren Kind beschreibt geistige Arbeit.

Ein Mensch, der sein Inneres Kind “heilen” möchte, arbeit an seinen Glaubens- und Gedankenmuster. Er “schreibt” quasi sein eigenes Lebens-Manuskript der Kindheit neu. Die Erfahrungen der Vergangenheit bekommt damit eine neue “Bewertung”. Erfahrungen und Erinnerungen der Kindheit, die mit negativen Gefühlen verbunden sind, treten zurück und verlieren ihre Energie.

Bei der Seelenrückholung handelt es sich um  Seelenarbeit.

Nach dem Verlust eines Seelenteils durch ein Trauma, wird eine Seelenrückholung durch einen Schamanisch Tätigen durchgeführt. Es ist keine Arbeit des Geistes oder des Bewusstseins. Das Ritual der Seelenrückholung findet auf der Seelenebene zwischen einem Schamanisch Tätigen und einem Betroffenen statt.

Bei der Arbeit mit dem Inneren Kind, versucht der Geist (Ich Bewusstsein), Erfahrungen zu verarbeiten und neu zu bewerten. Bei der Seelenrückholung wird einem Menschen, durch das Zurückbringen eines Seelenteils, Seelenenergie zurück gegeben. Eine Seelenrückholung geht über das Heilen der Psyche oder des inneren Kindes weit hinaus. Es geht um die Vereinigung von Lebensessenz. 

Bei beiden “Systemen”, geht es um negative Gefühle, die starke Auswirkungen auf das Leben eines Menschen haben.

Der Geist ist mehr als ein Denkapperat, reine Nervenarbeit oder das Fuktionieren von Synapsen. Der Geist steht mit der Bewusstwerdung in Verbindung. Er plant, regelt, sortiert, filtert, verarbeitet Sinneseindrücke.  Er macht dies ganz gut, finde ich. Aber er kann auch ein Unruhestifter, Zauderer, Verweigerer und Quälgeist sein.

Wenn ein Trauma im Leben auftaucht, ist der Geist mit dem Wissen um diese Erfahrung überfordert. Die Seele reagiert auf die Krise und die Ausnahmesituatiton des Geistes (Bewusstwerdung) und spaltet einen Teil der Seele, zusammen mit dem Schmerz und der Erfahrung, ab. Wenn ein Mensch zu mir kommt, bei dem klar erkennbar ist, dass ein Seelenteilverlust vorliegt, warte ich dennoch mit der Durchführung einer Seelenrückholung auf den richtigen Zeitpunkt

Eine gute Verbindung zu spirutellen Verbündeten sollte aufgebaut worden sein, um nach der Seelenrückholung, bei einer emotionalen Schieflage, dem wiederzurückgewonnenen Seelenteil, Sicherheit bieten zu können. Machmal müssen vor einer Seelenrückholung, noch die Dämonen der Vergangenheit “versorgt” oder auch in die Schranken gewiesen werden. Dafür kann die Arbeit mit dem Inneren Kind genutzt werden. Am Ende dieses Entwicklungsprozesses kann dann eine Seelenrückholung – die Vollendung zum Heilsein werden. 

Körper – Geist – Seele

Die Begriffe Körper – Geist – Seele sind vielen Menschen geläufig. Jedoch gibt es individuelle Vorstellung jedes Menschen über diese Erscheinungen. 

Stellen wir uns die Seele einmal als ein gewaltiges Meer vor. Auf diesem Meer schwimmt ein Boot. Das Boot ist ein Symbol für den Menschen, der den Geist beherbergt. Auf diesem beweglichen Meer gibt es eine Fülle von Informationen. Durch die Bewegungen des Geistes steuert das Boot Erfahrungen, Erkenntnisse und Entwicklungen an. Was der Geist wahrnimmt, erweitert das Bewusstsein und verdichtet sich zu einem Bild, einer Weltanschauung. Für die Zeit eines Erdenleben, wird dieses Bild dem Vergessen entrissen. Der Geist sieht die Oberfläche dieses gewaltigen Wassers. Er kann vielleicht Inseln und Küsten erkennen, aber die Weite des Meeres bleibt unüberschaubar. 

Vieles wird der Geist aus seiner Position heraus, unzureichend erfassen. Deshalb ist es wichtig, das Boot vorsichtig dorthin zu steuern, wohin es möchte. Machmal wagt der Geist, ein Stück in die Tiefe zu tauchen (beispielsweise während einer schamanischen Reise), um die Wirklichkeit unter der Oberfläche wahrzunehmen. Dann wird das Verborgene bewusst und damit ergänzen sich Teile eines inneren Bildes, das wir Leben nennen.

In diesem Bild hat die Seele eine besondere Macht. Sie erscheint um ein Vielfaches größer als der Geist und das Bewusstsein. 

    Durch einen Zuwachs an Erkenntnissen und Wahrnehmungen entsteht eine unschätzbare Kraft.

    Angelehnt – heilendes Bewustsein (Joachim Faulstich)

    Nestbeschmutzer

    Nestbeschmutzer

    Zwei Krähen(c) Daniil Pogodin - Depositphotos

    Eine Krähe kratzt der anderen kein Auge aus, so sagt der Volksmund. Es liegt mir fern “gewalttätig” zu sein, dennoch bekenne ich mich jetzt als Nestbeschmutzer, was als Sinnbild mit dem Zitat wohl auch gemeint ist. Nun, eine Krähe bin ich auch nicht, jedoch eine schamanisch Tätige.

    “Schamanen” sprießen wie Pilze aus dem Boden. Kurze Zeit, nachdem eine Schamanische Ausbildung absolviert wurde, werden wiederum bereits Ausbildungen durch “Neuschamanen” angeboten. Geworben wird mit langjähriger Erfahrung, was schlichtweg eine Irreführung ist. Ein Schamane wird man nicht nach einem Wochenende, auch nicht nach vielen Wochenenden.  Nicht einmal nach einer Einweihung (Weitergabe von Geheimwissen). Ausschließlich die geistige Welt, legt den Zeitpunkt fest – ab dem man sich tatsächlich Schamane/In nennen “sollte”.

    Nach einem Wochenendseminar kann man schamanisieren, ist in der Lage mit der geistigen Welt in Kontakt zu treten. Jedoch sollte man sich nach dem ersten “Schamanen”-Wochenende davor hüten, auch wenn man noch so begeistert ist, allzu früh mit ratsuchenden Menschen zu arbeiten. Bevor man eine Schamanische Ausbildung anbietet, sollte viel Erfahrung gesammelt werden. So können dann spätere Schamanenanwärter von dem erworbenen Wissen und von der Erfahrung der schamanischen Lehrbeauftragten profitieren. Schamanische Ausbildungen sind profitabel, wohl auch ein Grund mehr, warum derzeit so viele Anbieter “den Markt” überschwemmen.

    Viele archäologische Funde sprechen dafür, dass es Schamanismus überall auf der Welt gegeben hat. Die Ausbreitung des Menschen über die Erde begann vor etwa 50.000 bis 60.000 Jahren, einige Wissenschaftler behaupten noch früher. Immer gab es “Wissende”, die einen besonderen Zugang zu dem hatten, was sie umgab. Diese besonderen Menschen wußten die Zeichen der Natur richtig zu deuten. Sie waren für das Finden von Jagdwild verantwortlich. Wußten, welcher Weg eingeschlagen werden sollte. Von ihnen hing das Wohl der ganzen Sippe ab.

    In unserer modernen Zeit, können wir in die entlegensten Orte der Welt gelangen. Medien “winken” mit verlockenden Berichten und Bildern, auch die unberührtesten Plätze unserer Erde zu entdecken. Damit kamen und kommen wir auch in Berührung mit kontinental geprägtem Schamanismus. Somit ist erkennbar, dass Schamanismus kein “Einheitsbrei” sein kann.

    Die Ausbildung eines Schamanen der indigenen Völker verlief in mehreren Stufen, die sich über einen langen Zeitraum hinzogen. Die Ausbildung zum Schamanen war extrem individuell, mit isolierenden, oft leidensbetonten Formen und teilweise lebensgefährlichen Elementen. Je nach Tradition wurden traditionelle Schamanen-Anwärter tätowiert oder skarifiziert. Es wurden ihnen Wunden zugefügt oder Beschneidungen vorgenommen. Sie wurden mit Drogen vollgestopft, so dass sie vollkommen verwirrt waren und sich im psychedelischen Dämmerzustand befanden. In diesen Momenten erscheinen ihnen die Götter, Geister und Dämonen leibhaftig. 

    Nach den Vorstellungen vieler schamanischer Traditionen kann ein Mann oder eine Frau nur durch Berufung Schamane werden. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten, beide Berufungsformen bestehen in schamanischen Kulturen oft nebeneinander:

    • Von elterlichen Schamanen wird man mit Hilfe eines Initiationsrituals zum Schamanen berufen
    • Bereits anerkannte Schamanen erwählen einen Außenstehenden

    In alten Zeiten war der “Job” des Schamanen unbeliebt, da die schamanische Tätigkeit nach der Arbeit des Alltags erledig werden musste, das  bedeutete schlichtweg zusätzliche Arbeit.

    Schamanismus orientiert sich immer an die Bedürfnisse des eigenen Volkes.

    Schamanin mit Stab im Wald(c) Evgeniia Litovchenko - Depositphotos

    Klappern gehört zum “Geschäft”, so unkte einmal meine Ayurveda Lehrerin. Eine Internetpräsenz gehört heutzutage schon fast zum guten “Ton” vieler Selbstständiger. Ein schamanisches Angebot im Internet anzubieten, ist Gang und Gebe. Durch eine Website, kann man einen ersten Eindruck gewinnen, wie und was jemand schreibt. Auf einer Internetpäsenz sollte erkennbar sein, wo die Herkunft und das Wissens eines Anbieters herrührt, sprich, wie er zu seinem schamanischen “Handwerkszeug” kam. Auch die schamanische Ausrichtung eines Anbieters, sollte Berücksichtigung bei der Auswahl eines schamanisch Tätigen finden. 

    Es gibt mehrere Möglichkeiten ein Schamanisch Tätiger zu werden.

    1. Man absolviert eine schamanische Ausbildung bei einen „anerkannten“ schamanischen Lehrer.
    2. Das autodidaktisches Lernen (Führung durch die Geister).
    3. Die Filterung von Mythen und Sagen, die schamanische Inhalte haben.  Hieraus entwickelt man eine „praxistaugliche Arbeitsweise“. 

    Was ist ein anerkannter schamanischer Lehrer?

    ‘Aus meiner Sicht, kann der Titel Schamane nicht aus Selbstermächtigung heraus gewählt werden. Auch durch Seminargebühren, Fleiß oder Wissen kann der Titel Schamane nicht erworben werden. Die geistige Welt (Spirit’s) entscheidet, ob Heilungserfolge bei Menschen stattfinden. Schamanisch Tätige sind die hohlen Knochen, durch die Spirt’s wirken. Klienten, die Weiterentwicklung und Heilung bei einem schamanisch Tätigen erfahren haben, benennen ihn als Schamanen und verleihen ihm den Titel Schamane. 

    Kundenakquise über Plattformen wie Ebay Kleinanzeigen zu machen, macht mich sehr nachdenklich. Es gibt für Therapeuten und Heiler spezielle Anbieter, in denen man Präsenz zeigen und auf das eigene, vorhandene Angebot hinweisen kann. Aber diese Plattformen kosten Geld, was der eine oder andere wohl nicht investieren will, da die “Ausbeute” neuer Klienten durch Therapeutenseiten eher schwach ist.

    Schamanismus ist eine kosmische Angelegenheit, dennoch sind Schamanen auch nur Menschen. Wer schamanische Heilarbeit anbietet, sollte eigene Heilungs-Prozesse abgeschlossen haben. Eine mangelnde Demutshaltung findet sich leider auch bei schamanisch Tätigen. Auf schamanischen Internetseiten sind vermehrt Bewertungen und Referenzen von Klienten zu finden. Dies dient sicher nicht nur dem Marketing, sondern auch dem eigenen Ego.

    Apropos Verantwortung: Ein schamanischer Anbieter, der im eigenen Mangel “steckt”, ist ein schlechter Ratgeber. Mit Mangel meine ich Geldnot, Abhängigkeiten, Freudlosgkeit und Bedrängnis. Der schamanisch Tätige ist verantwortlich für sein soziales Umfeld und seine gelebte Spirtualität.

    Ein verantwortungsvoller Schamane schafft keine Abhängigkeiten, nährt sein Ego nicht von Klienten oder Schülern. Wenn doch, hat er noch eigene Entwicklungsschritte zu gehen. Wir sind ein multikulturelles Land und das Interesse an fernländischer schamanischer Arbeit hat Einzug bei uns in Europa gehalten. Gern schmücken sich schamanisch Tätige mit exotischen Angeboten aus weit entfernten Ländern. Aber brauchen wir das wirklich? Wie schon “gesagt”, schamanische Praktiken sind auf ein Volk “zugeschnitten”. Schamanische Arbeit gab es immer auch bei uns. Name und Tätigkeiten unserer Heilkundigen:

    Lachsnerin (Besprecherin, Zaubererin, die von künftigen Dingen durch das Los weissagt).

    Hag-Sitzerin oder Hagazussa (Hexe). (Ein Hag ist eine Hecke, die die bekannte Welt des Hofes und Heimes von der unbekannten weiten Welt trennt oder diese beiden Welten verbindet). Sie sitzt in der Hecke, an der Schwelle zwischen der Natur und der Kultur, zwischen der Welt der Geister und jener der Menschen).

    Zaunreiterin (Auf dem Zaun, zwischen den Welten Sitzende/Reitende. Die‚ „zwischen den Welten lebt“ und zwischen ihnen zu vermitteln versteht“).

    Spökenkieker ist ein niederdeutscher Ausdruck für Menschen, denen die Gabe des Zweiten Gesichts zugesprochen wird. Der niederdeutsche Begriff Spökenkieker kann dabei mit „Spuk-Gucker“ oder „Geister-Seher“ ins Hochdeutsche übersetzt werden. Spökenkiekern wird die Fähigkeit nachgesagt, in die Zukunft blicken zu können.

    Seher (eine Fähigkeit des Hellsehens (Außersinnliche Wahrnehmungen) oder der Fähigkeit, ein zukünftiges Ereignis oder einen Sachverhalt wahrzunehmen oder vorherzusagen).

    Besprecher Jeder Besprecher hat seine eigene Art. Zum Besprechen gehört der „Besprechspruch“, der traditionell gemurmelt wird. Das stille Gebet ist ebenso wirkungsvoll.

    Schamanismus ist das älteste Heilsystem der Welt. Es fällt mir schwer nachzuvollziehen, warum beispielsweise Schamanische-Kinesiologie (Kinesiologie wurde 1982 als Behandlungskonzept entwickelt) oder Reiki-Schamanismus angeboten wird. Usui Mikao hat 1921 eine Reiki-Klinik eröffnet, es handelt sich beim Reiki also, wie auch bei der Kinesiologie um  “neuere Methoden”.  Diese Feststellung sagt nichts über die Effektivität von Reiki, Kinesiologie oder anderen Heilkonzepten aus.

    Schamanische Arbeit wird zur Zeit in vielerlei Töpfe getan, da sie augenscheinlich gefragt ist und jedermann “profitieren” möchte. Anbieter möchten Schamanismus mit allerlei Methoden, Systemen und Konzepten verbinden. Dadurch wird diese ursprüngliche Arbeit, die unendlich viele Möglichkeiten zur Heilung in sich vereint – verfäscht, verwässert und “verdorben”.

    Der Geisterglaube “gehört” unbedingt in die schamanische Arbeit, was bei Vermischungen mit anderen Heilungssystemen meistens ignoriert und vernachlässigt wird. Schamanismus war und ist innovativ, da er sich an den Menschen und deren Weiterentwicklung orentiert. Es ist völlig unnötig, schamanische Arbeit zu “vereinigen”. Sie ist allein für sich, ausserordentlich kraft- und wirkungsvoll. 

     

    Es ist völlig ausreichend, gute schamanische Arbeit zu machen.

    Wiedergeburt

    Wiedergeburt

    Erleuchtung - Wiedergeburt

    In meinem Leben begegnen mir mitunter Menschen, für die es ausgesprochen erstrebenswert ist, “erleuchtet” zu sein oder zu werden. Sie hoffen, damit in höhere Daseinsformen zu gelangen. Sie halten das Leben hier auf der Erde, für wenig seelig machend.

    Im Gespräch wird für mich dann sehr schnell deutlich, dass für diese Menschen das Leben wenig freudvoll gewesen ist oder auch noch immer ist. Enttäuschungen, Entbehrungen und Verluste haben diese Menschenleben oft geprägt.

    Eine andere Gruppe von Menschen suchen für eine vorhandene, schwierige Situation, Gründe in einer früheren Inkarnation. Sie fühlen sich unfrei und verfolgt. Treten dazu noch Probleme (oft in einer Liebesbeziehung) auf, glauben sie, dass sie in einer karmischen Beziehungen zu jemanden stehen und gefangen sind. Sie verspüren spirituelle Belästigungen, glauben besetzt zu sein. Sie hoffen auf schamanische Hilfe und bitten um Trennung und Auflösung dieser Verbindung.

    Jeder Mensch entwickelt in Bezug auf Leben, (s)ein ganz persönliches eigenes Weltbild. Gleichgültig, ob es nun buddhistisch, christlich, islamisch, jüdisch oder heidnisch geprägt ist. Menschen, die für Spiritualität offen sind, glauben an Inkarnationen. Ja, auch ich glaube an die Wiedergeburt. Was ich jetzt schreibe, ist meine ureigene Weltanschauung, die man teilen oder ablehnen kann.

    Nach dem Tod verläßt die Seele den Geist und den Körper. Nun begibt sich die Seele auf den Weg in die nichtalltägliche Wirklichkeit. Das Ziel der Seele ist der Ort, von dem aus sie auf die Erde gekommen ist. Einige nennen diesen Ort: Jenseits, andere Paradies, wieder andere Totenreich oder Anderswelt. Es gibt unzählige Begriffe für diesen Ort. Ich nenne ihn: Den guten Platz. Nach meiner Vorstellung existieren auf diesem Platz keinerlei Sorgen und Nöte. Die Seele befindet sich an diesem Platz in einer Gemeinschaft mit anderen Seelen. Dennoch bleibt die Seele an diesem Ort ein Individuum.

    Es stellt sich die Frage, warum ein Mensch den Wunsch nach einer Wiedergeburt verspürt? Für meinem Dafürhalten geht es um Erfahrungen, die auf der Erde noch gemacht werden wollen. Vielleicht ist noch eine “Schuld” offen, die gesühnt werden will. Es gibt auch kleinere “Bestrebungen” der Seele, die den Wunsch nach einer erneuen Inkarnation schüren. Beispielsweise, das Gefühl der Empfängnis in einem Mutterschoß oder auch den Wunsch, dem Wachstum auf der Erde noch einmal beiwohnen zu wollen, oder – oder – oder.

    Ich versuche einmal in meinem eigenen Umfeld ein Erklärungsmodell zu entwickeln. Meine Eltern führten eine “durchschnittliche” Ehe, wie sie wohl zuhauf anzutreffen ist. Mein Vater verstarb überraschend mit sechsundsechzig Jahren. Zweieinhalb Monate später, folgte ihn meine Mutter auf den guten Platz. Wenn man Berichten glauben darf, ist dies wohl kein Einzelfall. Auch scheinen Mütter ihre Töchter in das Totenreich nach ihrem Ableben zu “rufen”. Urplötzlich wird bei der Tochter eine lebensgefährliche Erkrankung, oft ist es Krebs, diagnostiziert.

    Wiedergeburt(c) Angelika Schacht

    Es liegt die Frage nahe, warum das so ist? Wenn man nach logischen Gründen sucht, könnte man meinen, der eine kann ohne den anderen nicht sein, ist quasi alleine nicht lebensfähig. Das setzt aber voraus, dass man sein natürliches Ableben selbst bestimmen kann oder bis ins kleine Detail geplant hat. Demzufolge muss es eine “karmische Verabredung” für den Tod sein. Mir fällt es schwer, das nachzuvollziehen. Es zerstört auch die Erkenntnis, dass jeder Mensch ein Individuum ist und sich (s)einen eigenen Lebensplan kreiert.

    Warum folgen nun Ehepaare ihren Partnern? Warum “rufen” Mütter, ihre Töchter? Warum folgen Töchter ihren Müttern oder eben auch nicht, auf den guten Platz ?

    Für mich ist es vermessen, darauf eine allgemein gültige Antwort zu geben. Eine Antwort, die für jede Beziehung und Konstellation anzuwenden ist. Antworten auf diese Frage, sollten und müssen immer individuell, beispielsweise auf einer schamanischen Reise, geklärt werden. Pauschalantworten über den Tod, über die Wiedergeburt oder das Lösen von karmischen Beziehungen zu geben, halte ich für unseriös.

    Die ganze Welt leidet seit einem Jahr unter dem Corona Virus. Die Zahl der Coronatoten ist extrem hoch. Wie verhält es sich mit den Corona Toten und dem kollektiven Sterben auf allen Kontinenten? Was veranlasst eine Seele, einen Coronatod zu sterben? Ich glaube, diese Frage auf eine Formel zu bringen – käme Verschwörungstheorien gleich und ist vielleicht ein Thema für einen schamansichen Arbeitskreis. In mir taucht dennoch ein wunderbares Video auf, dass ich an dieser Stelle zum Nachdenken anbiete.

    Auf den Spaziergängen mit meinem Hund nehme ich das Wachstum der Natur gerade besonders intensiv wahr. Trübselige Gedanken verschwinden beim Beobachten der Natur und der Wahrnehmung, wie kraftvoll uns das Leben gerade jetzt seine Macht demonstriert.

    Wir Menschen müssen Demut üben und viel mehr als bisher, der Natur für die immerwährende Wiedergeburt danken.

    Bildquelle: Asaf Eliason-Depositphotos

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