Beim Vorbeigehen an belebten Plätzen, kann die Nase einen bekannten Duft „aufspüren“. Überlegungen beginnen, was das für ein Duft ist und woher man ihn kennt.  

Pflanzenfarben und Düfte vermögen es, Menschen an Personen oder Situationen zu erinnern. Rieche ich den Duft von  Lavendel, assoziiere ich damit meine geliebte Großmutter, deren Parfüm 4711 war. Lavendel gehört zu meinen weniger “geliebten Düften”, jedoch nutze ich diesen Pflanzengeist als Medizin. Lavendel gilt als antiseptisch, durchblutungsfördernd, hautpflegend, krampflösend, schmerzlindernd, wundheilend. In der Geruchswelt scheint es keine Zeit und Raumgrenzen zu geben. Der Sinn des Riechen’s zaubert die Vergangenheit in die unmittelbare Gegenwart. 

In meinen Kindheitserinnerungen streife ich mit Spielgefährten über Wiesen und Felder. Vorbei an Beifuss, Mariengras, Sumpfdotterblumen und wilden Maiglöckchen. Ein Feldblumenstrauß für die Mutter, mitgebracht von den Abenteuern in der Natur.  

Füsse, die ins fließende Bächlein gehalten werden. Das Binden von Blumenkränzen aus Gänse-, Butterblumen, Vergissmeinnicht und roten Klee, vermögen es Kinder mit einer grenzenloser Vorstellungskraft in Blumenelfen und Blumenkindern zu verwandeln. 

Jasmin(c) Angelika Schacht

Seit einiger Zeit ist mein bevorzugter Duft Jasmin. Ich mische ihn in Haarshampoo, Hautölen und Parfüm. Jasminblüten werden im Mai oder Juni in der Nacht oder am frühen Morgen geerntet, bevor die Sonne aufgeht um eine größtmögliche Menge an ätherischem Öl aus den Blüten zubekommen. Der Pfeifenstrauch, auch Bauernjasmin genannt – begleitet mich seit meiner Kindheit. Vielleicht findet meine Vorliebe für diesen Duft hier seinen Ursprung? 

Schamanen setzen bei rituellen Arbeiten Pflanzenstoffe zur Veränderung des Bewusstseinszustandes mit der Absicht ein, in die feinstoffliche Welten zu reisen und zwischen den Welten zu vermitteln. Sie versuchen mit ihren vertrauten Pflanzengeistern Krankheitsdämonen zu vertreiben und unerwünschte ZuStände des Hilfesuchenden Menschen zu lindern und auszugleichen.  

Der Geruchssinn ist ein frühentwickelter Sinn. Ein neugeborenes Kind schnuppert, wirft den Kopf hin und her und beginnt die Mutterbrust zu suchen. Es ist in der Lage, die Mutter von anderen Menschen zu unterscheiden. Auch eine Mutter vermag ihr Kind am Geruch zu erkennen. Der zuerst gerochene Duft, der Geruch des Landes und der Menschen, sind Urheimat. Gerüche lösen seelische Eindrücke und Gefühle in uns aus. Sakrale Räucherstoffe verbinden Menschen mit eigenen Wurzeln, mit den Göttern und Ahnen. 

  • Welche Offenbarung hat der Duft deiner Heimat? 
  • Bekommst du eine Ahnung?
© Bildquelle: Angelika Schacht
close

Um NACHLESEN zu erhalten, bitte in den Verteiler eintragen.

Ich sende keinen Spam! Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung.

error: Content is protected !!